Argumente für mehr Partizipation an Planung

Mehrere Gründe sprechen dafür, Kinder, Jugendliche und Erwachsene stärker an der Gestaltung ihrer Umwelt zu beteiligen:


Fundierte Bestandserhebung

Durch Gespräche, Ortsbegehungen und Befragungen erhalten wir als Fachplaner wichtige Hinweise für die Bestandsanalyse und die Bewertung dessen, was für die Menschen wirklich wichtig ist. Denn wenn es um ihr Wohnumfeld, ihren Spielraum, ihren Park geht, sind die Bewohner die "Experten".


Förderung der Akzeptanz

Wer die Menschen im Rahmen von Planungswerkstätten selbst Ideen für eine Neugestaltung entwickeln lässt und sie dabei fachlich und moderierend unterstützt, fördert die Akzeptanz einer späteren Maßnahme.


Effizienz und positive Gesamtwirkung

Bei Schulhöfen und Kindergärten lassen sich nur durch umfassende Planungsbeteiligung die großen Potentiale der Elternschaft wie zum Beispiel die Bereitschaft zum Mitbauen, zur Spende von Pflanzen, Baustoffen und Geräten aktivieren. Dabei geht es nicht nur um Kosteneinsparung. Gemeinschaftliches Planen und Bauen fördert nachweislich das positive Miteinander an den Bildungseinrichtungen.


Höherer Aufwand - größerer Nutzen

Der Aufwand für Planung und Betreuung einer solchen Beteiligungsmaßnahme ist zwar größer als Planen nach den Grundleistungen der HOAI, dem steht jedoch ein erheblicher Mehrwert gegenüber. Neben positiver Wirkung für die Akzeptanz kann durch Eigenleistungen und Spendenaufkommen auch bei kleinem Kostenrahmen viel umgesetzt werden.


Mitbestimmung als gelebte Demokratie

Die durch Partizipation ermöglichten positiven Erfahrungen wirken der zunehmenden Resignation und Unzufriedenheit entgegen, welche sich vielerorts in Wahlmüdigkeit, Frustration und bei Jugendlichen auch in Zerstörungsdrang äußert. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben, dass sie mitbestimmen und mitgestalten können; das ist gelebte Demokratie.


Schlussbemerkung

„Mal ein bisschen beteiligen“ funktioniert nicht! Partizipation erfordert eine ehrliche, überzeugte Grundhaltung, Fingerspitzengefühl sowie ein gutes Projekt- und Zeitmanagement. Sonst ist die Gefahr groß, dass sich Engagement in Enttäuschung, Mitbauen in Frustration verwandelt.